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Warum sich die Mundgesundheit nach einer Magenverkleinerung verschlechtert (25 notícias)

Publicado em 29 de setembro de 2023

Welche Folgen hat eine Magenverkleinerung auf die Zahngesundheit? Forscherinnen und Forscher aus Brasilien sind dieser Frage nachgegangen.

Forscher der Universität von São Paulo analysierten den Speichel, das orale Mikrobiom und die Zahngesundheit von Patienten vor und nach einer Magenverkleinerung. Die Ergebnisse zeigten eine Zunahme von Karies und Parodontitis sowie Veränderungen bei den Entzündungsmarkern im Speichel, berichtet Julia Moióli von der Agência FAPESP.

Eingeschlossen in die Studie wurden 100 Probanden, die in der Klinik in Piracicaba im Bundesstaat São Paulo behandelt wurden und in zwei Gruppen (Ernährungsberatung und Gastroplastik) aufgeteilt wurden. Die Klinik führt im Auftrag des brasilianischen Gesundheitsdienstes (“Sistema Único de Saúde”) monatlich etwa 50 Magen-Bypass-Operationen durch. Von 2017 bis 2022 gab es in Brasilien mehr als 300.000 von den Krankenkassen bezahlte Magenverkleinerungen.

Ziel der Studie war, die Ernährungsumstellung, den Gewichtsverlust, Entzündungsmarker, die orale Mikrobiota sowie die Zahn- und Parodontalgesundheit vor der Operation sowie drei und sechs Monate nach der Operation zu bestimmen. Dazu wurden Zahnstatus, Speichelfluss, Pufferkapazität, entzündliche Zytokine und Harnsäure untersucht, außerdem wurde eine mikrobiologische Analyse des Speichels durchgeführt (16S-rRNA-Sequenzierung). Darüber hinaus wurden Fragebögen verteilt und ausgewertet.

Die Patienten ernähren sich besser

Als Ergebnis führen die Autoren an, dass sich die Mundgesundheit bei adipösen Menschen, die sich in Vorbereitung auf eine Magenverkleinerung einer Diät unterziehen und einen Magen-Bypass erhalten, sehr verschlechtert, wobei insbesondere Karies, Gingivitis und Parodontitis stark zunehmen.

„Die Patienten wurden aufgefordert, 3-mal täglich Zahnseide zu benutzen und ihre Zähne zu putzen, doch selbst dann verschlechterte sich ihre Mundgesundheit erheblich. Die Anzahl kariöser Zähne stieg an und der parodontale Status verschlechterte sich in kurzer Zeit in beiden Gruppen, besonders aber in der Gastroplastik-Gruppe“, resümiert Studienleiterin Paula Midori Castelo Ferrua, Professorin an der Fakultät für Pharmazeutische Wissenschaften der UNIFESP.

Die Speichelmarker zeigten eine Beeinträchtigung der Säurepufferkapazität, welche den pH-Wert aufrechterhält und eine Demineralisierung des Zahnschmelzes verhindert. Die bakterielle Genomsequenzierung offenbarte eine veränderte Mikrobiom-Diversität, gerade in der Gastroplastik-Gruppe, infolgedessen die Parodontitis verursachenden Mikroorganismen zunahmen.

Aber sie putzen sich nicht nach jeder Mahlzeit die Zähne

Die Forscher stellten zwar fest, dass sich die Ernährung vieler Patienten verbessert hatte, aber häufigere tägliche Mahlzeiten nicht mit häufigerem Zähneputzen einhergingen und in den ersten Monaten nach der Operation mehr Nahrung verflüssigt oder püriert wurde.

Und das Essen enthält zu wenig Ballaststoffe

„Die Ernährung enthält somit weniger Ballaststoffe und muss nicht zerkaut werden, so dass die Nahrung am Zahnschmelz klebt und sich ein Biofilm auf der Zahnoberfläche bildet. Ohne Kauen wird weniger Speichel ausgeschieden und die Fähigkeit, Säuren zu puffern, nimmt ab“, vermutet Castelo.

Schlussendlich betonen die Autoren, wie wichtig die Beteiligung eines Zahnarztes bei der Beurteilung von Patienten ist, die vor einer bariatischen OP stehen. So sei die Beurteilung der Mundgesundheit der Patienten vor und nach einer Magenvekleinerung wesentlich. Außerdem seien weitere Untersuchungen erforderlich, um geeignete präventive und therapeutische Maßnahmen zur Verbesserung der Mundgesundheit während der gesamten Behandlung zu erarbeiten.

Ribeiro, A.S.P., Marquezin, M.C.S., Pacheco, E.R.P. et al. Bypass gastroplasty impacts oral health, salivary inflammatory biomarkers, and microbiota: a controlled study. Clin Oral Invest 27, 4735–4746 (2023). doi.org/10.1007/s00784-023-05101-3

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