SÃO PAULO / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine bahnbrechende Studie der Universität São Paulo hat Millionen unbekannter genetischer Varianten bei Menschen über 110 Jahren entdeckt. Diese sogenannten Resilienz-Gene könnten der Schlüssel sein, um zu verstehen, warum einige Menschen extremen Stress besser verkraften als andere.
Die jüngste Forschung der Universität São Paulo hat das Potenzial, die prädiktive Gesundheitsvorsorge zu revolutionieren. Wissenschaftler unter der Leitung von Dr. Mayana Zatz haben das Erbgut brasilianischer Supercentenarians analysiert und dabei über acht Millionen genetische Varianten entdeckt, die in bestehenden Datenbanken nicht verzeichnet sind. Diese genetische Vielfalt, die durch die ethnische Durchmischung der brasilianischen Bevölkerung begünstigt wird, könnte erklären, warum einige Menschen extremen Stress besser bewältigen können.
Ein zentrales Ergebnis der Studie ist die Entdeckung, dass bestimmte seltene Gen-Varianten als biologischer Puffer fungieren. Diese ermöglichen es dem Körper, extreme Stressfaktoren wie Infektionen oder emotionale Belastungen zu absorbieren, ohne dauerhaften Schaden zu nehmen. Mateus Vidigal de Castro, der Erstautor der Studie, betont, dass die bisherige Forschung oft durch mangelnde genetische Diversität eingeschränkt war, was die Bedeutung dieser neuen Erkenntnisse unterstreicht.