Damit sind sie nicht allein: Für viele Einwohner von Fano, einer Küstenstadt in der italienischen Region Marken, ist der Spaziergang im Wasser ein tägliches Ritual. Es soll den Blutkreislauf anregen und die Atemwege frei halten. Aber die Montinis merken, dass sich das Klima verändert hat, und auch das Meer: An mehreren Tagen im Juli erreichte die Wassertemperatur an der italienischen Adriaküste einen Rekordwert von 30 Grad. „Das Wasser fühlt sich sehr heiß an, fast wie ein Bad“, sagt Daniele dem Guardian . „In 50 Jahren hat sich eine Menge verändert. Ich erinnere mich, dass es viel mehr Wellen gab, jetzt ist es meist flach.“ Alfreda fügt hinzu: „Auch die Menge der Fische hat sich verändert, und die Arten, manche gibt es gar nicht mehr.“ Zudem haben die Hitze und die schwachen Strömungen dazu beigetragen, dass sich in diesem Sommer eine dicke Schleimschicht auf dem Wasser gebildet hat.
Zuletzt gab es Hoffnung auf Besserung, denn das Meer hat sich auf etwa 28 Grad abgekühlt. „Aber die Gefahr ist noch nicht gebannt, denn die Höchsttemperatur wird normalerweise Mitte August erreicht“, erklärt Roberto Danovaro, Meeresbiologe an der Universität von Ancona. Und er fügt hinzu: „Die Adria wird so tropisch wie die Malediven, nur ohne die gleiche Farbe.“
Wir starten in die Presseschau. Los geht's!
Kippt der Golfstrom erst in 6.000 Jahren?
Bericht, 3 Minuten Lesezeit
Wenn es neben Wort, Unwort und Jugendwort des Jahres auch Rankings für Klima- oder Wissenschaftswörter gäbe, läge der Kipppunkt weit vorne. Kipppunkte haben sich selbst abseits der Physik und Soziologie als Metapher im Vokabular etabliert, mit neuem Schwung durch die häufig besprochenen Kippelemente im Klimasystem. Mittlerweile gibt es zahlreiche Studien zu immer mehr Kippelementen, von der Zerstörung des Amazonas-Regenwalds bis zum Abschmelzen von Eis an Nord- und Südpol. Ihre Kipppunkte könnten teilweise schon überschritten sein oder in den kommenden Jahren und Jahrzehnten überschritten werden, angekurbelt durch den menschengemachten Klimawandel. Eine neue Studie im Fachjournal „Science Advances“ warnt allerdings davor, dass der Zeitpunkt der Kipppunkt-Überschreitung bisher nicht zuverlässig vorhergesagt werden kann. derStandard.at berichtet
Hitzewelle in der Antarktis
Bericht, 3 Minuten Lesezeit
Die Antarktis ist die kälteste Region unseres Planeten – eigentlich. Besonders auf dem antarktischen Plateau rund um den Südpol und in der Ostantarktis sinken die Temperaturen in Winternächten bis auf minus 92 Grad Celsius – ein irdischer Rekord. Die trockene Kälte verbunden mit den oft starken Winden lässt sogar Schneeflocken in der Luft verschwinden – sie sublimieren. Doch seit Anfang Juli 2024 erlebt die Ostantarktis eine ungewöhnliche Hitzewelle. Statt der normalerweise um diese Zeit herrschenden minus 50 bis minus 60 Grad liegen die Temperaturen zurzeit im Schnitt zehn Grad höher, wie Messdaten des Copernicus Climate Change Service zeigen. An einigen Stellen der Ostantarktis war es zeitweise sogar bis zu 28 Grad wärmer als erwartet. Die Details hat scinexx.de
Waldschäden verändern CO2-Bilanz in Teilen des Amazonas-Regenwaldes
Bericht, 3 Minuten Lesezeit
Der südliche Amazonas-Regenwald stößt durch Waldschädigungen mittlerweile deutlich mehr Kohlendioxid aus, als er aufnimmt. Das ergibt sich aus der Auswertung von detaillierten Luftaufnahmen in den brasilianischen Bundesstaaten Rondônia, Mato Grosso und Pará in den Jahren 2016 bis 2018. Wie die Studie unter Leitung von Ovidiu Csillik vom California Institute of Technology in Pasadena zeigt, haben die Waldschäden dabei ganz unterschiedliche Ursachen, wobei der Mensch oft eine Rolle spielt. Csillik und sein Team entdeckten Waldschäden auf 21,6 Prozent der untersuchten Fläche. Davon entfielen 0,7 Prozent auf Holzfällung, 0,7 Prozent auf die Urbarmachung für die Landwirtschaft und 2,8 Prozent auf Feuer. Mehr dazu lesen Sie bei RND.de
Eine Million für ein paar Castoren
Bericht, 5 Minuten Lesezeit
Die Atomkraftgegner im niedersächsischen Wendland sprechen abfällig von der „Kartoffelscheune“, wenn sie sich mal wieder über die wuchtige Halle aufregen, die hinter dem massiven Metallzaun umgeben von Kiefernwald mehr zu erahnen als zu sehen ist. Dabei lagert in dem 190 Meter langen, 38 Meter breiten und 22 Meter hohen Bauwerk aus Beton gar kein Gemüse. Hier wurden 113 Castorbehälter mit hoch radioaktivem Atommüll abgestellt – vorübergehend. Sie warten auf ihren Weitertransport in ein Endlager, das noch nicht gefunden worden ist. Die betroffenen Gemeinden wollen nun nicht mehr einfach abwarten, sie haben sich zusammengetan und wollen Geld sehen. taz.de berichtet
Insektensterben: Baumblätter werden durch Straßenlaternen ungenießbar
Bericht, 2 Minuten Lesezeit
Nächtliche Stadtbeleuchtung macht die Blätter einiger Arten von Straßenbäumen ungenießbar für bestimmte Insekten. Die auf die Blätter angewiesenen Spezies finden dadurch in Städten keine Nahrung mehr, was die Insektenvielfalt in urbanen Regionen reduziert. Das sind zwei zentrale Ergebnisse einer neuen Studie, die jetzt im Fachblatt „Frontiers in Plant Science“ erschienen ist. Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass städtische Exemplare der Rot-Esche und des japanischen Schnurbaums in Chinas Hauptstadt Peking deutlich weniger Spuren von Insektenfraß zeigen als Exemplare, die außerhalb urbaner Räume wachsen. Eine Analyse von über 5.500 Blättern von rund 30 Probeorten zeigte: Beide Baumarten hatten deutlich härtere Blätter, wenn sie nächtlichem Straßenlicht ausgesetzt waren. MDR.de berichtet
Tiefseebergbau: Neue Ressourcenquelle oder Umweltdesaster?
Hintergrund, 4 Minuten Lesezeit
Rund einen Monat lang verhandelten Vertreter aus aller Welt über die Zukunft des Tiefseebergbaus in Jamaika. Dort sitzt die Internationale Meeresbodenbehörde ISA, die an einem Regelwerk für den Abbau der Rohstoffe im Meer arbeitet. Noch sind viele Fragen offen. Bis 2025 will die Internationale Meeresbodenbehörde (ISA) eigentlich verbindliche Regeln für den Tiefseebergbau festlegen, denn ohne kann der Abbau unter Wasser nicht starten. Die Beratungen über die Vereinbarungen laufen schon mehrere Jahre. Doch bei der jüngsten Verhandlungsrunde im ISA-Rat in Jamaika Ende Juli wurde klar, dass vieles im Regelwerk noch strittig ist, darunter die Frage, wie Umweltschäden vermieden werden und die Überwachung unter Wasser geregelt werden sollen. Es berichtet DW