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Frankfurter Rundschau (Alemanha) online

Forschungsteam warnt vor Asteroiden im Venus-Orbit – „Unsichtbare Bedrohung“ (202 notícias)

Publicado em 28 de maio de 2025

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Fachleute finden eine beunruhigende Lücke in unserer kosmischen Verteidigung: Asteroiden in der Venus-Umlaufbahn könnten der Erde gefährlich werden.

Frankfurt – Die Bedrohung durch Himmelskörper, die auf Kollisionskurs mit der Erde geraten könnten, beschäftigt Wissenschaftler seit Jahrzehnten. Populäre Filme wie „Armageddon“ und „Deep Impact“ sowie tatsächliche Ereignisse wie der Asteroid, der 2013 über Russland explodierte , haben das öffentliche Bewusstsein für diese Gefahr geschärft. Astronominnen und Astronomen weltweit arbeiten an der Identifizierung potenziell gefährlicher Objekte aus dem Weltall und der Verteidigung der Erde . Eine neue Studie lenkt nun den Fokus auf eine bisher wenig beachtete Gefahrenquelle: Asteroiden , die im Orbit der Venus kreisen.

Vor etwa zwei Jahrzehnten erhielt die US-Raumfahrtorganisation Nasa vom US-Kongress den Auftrag, 90 Prozent der potenziell gefährlichen Himmelskörper zu katalogisieren. Im Mittelpunkt standen dabei Asteroiden, die die Sonne umkreisen und sich bis auf 1,3 Astronomische Einheiten (AE) der Erde nähern können. Eine Astronomische Einheit entspricht dabei dem mittleren Abstand zwischen Erde und Sonne – etwa 150 Millionen Kilometer.

Asteroiden-Suchstrategie hat wohl eine kritische Lücke: Die Venus

Doch aktuelle Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass diese Suchstrategie möglicherweise eine kritische Lücke aufweist. Ein Forschungsteam hat nun seine Aufmerksamkeit auf Asteroiden gerichtet, die die Venus umkreisen und aufgrund ihrer speziellen Bahneigenschaften besonders schwer zu entdecken sind. Über die Studie hat zuerst Universe Today berichtet.

Die neue Forschungsarbeit mit dem Titel „Die unsichtbare Bedrohung: Bewertung der Kollisionsgefahr durch die unentdeckten koorbitalen Venus-Asteroiden“ soll demnächst in der Fachzeitschrift Astronomy and Astrophysics erscheinen und ist bereits auf ArXiv abrufbar . Unter der Leitung von Valerio Carruba von der Universität São Paulo in Brasilien untersucht das Forschungsteam die bislang unterschätzte Kategorie von Himmelskörpern.

Venus-Asteroiden verbergen sich oft im grellen Sonnenlicht

Die bisher kaum beachteten Venus-Asteroiden sind besonders tückisch, weil sie sich oft im grellen Sonnenlicht verbergen – was ihre Entdeckung erheblich erschwert. Die Forschenden betonen die Bedeutung spezieller Beobachtungsfenster und die Analyse von Helligkeitsveränderungen, um diese Objekte überhaupt aufzuspüren.

„Zwanzig dieser sogenannten koorbitale Asteroiden der Venus sind bekannt“, erklären die Autoren der Studie. Das Besondere an diesen Himmelskörpern: „Der koorbitale Status schützt diese Asteroiden vor Annäherungen an die Venus, aber nicht vor Kollisionen mit der Erde.“ Als potenziell gefährliche Asteroiden (PHA) gelten sie, wenn sie „einen Mindestdurchmesser von etwa 140 Metern haben und sich bis auf 0,05 Astronomische Einheiten (AE) der Erdumlaufbahn nähern“.

Gibt es weitere Venus-Asteroiden?

Interessanterweise bewegt sich nur einer der 20 bekannten Asteroiden auf einer engen Bahn um die Venus mit einer Bahnexzentrizität unter 0,38. Asteroiden mit weiteren Umlaufbahnen nähern sich eher der Erde und sind dadurch leichter zu entdecken. Die Forscher vermuten, dass die Entdeckung der bekannten Venus-Asteroiden möglicherweise auf Beobachtungsfehlern beruht, was darauf hindeutet, dass es weitere, bisher unentdeckte Objekte mit geringen Bahnexzentrizitäten geben könnte.

Um die potenzielle Gefahr dieser versteckten Himmelskörper einzuschätzen, entwickelten die Wissenschaftler einen kreativen Ansatz. Sie erstellten ein Raster mit verschiedenen Bahnneigungen und platzierten darauf 26 „geklonte“ Asteroiden mit unterschiedlichen Bahneigenschaften. In einer Simulation über 36.000 Jahre prüften sie, ob einer dieser virtuellen Asteroiden mit der Erde kollidieren würde.

Einige Venus-Asteroiden stellen tatsächlich eine Kollisionsgefahr für die Erde dar

Das Ergebnis ist beunruhigend: Die Forscher identifizierten „eine Reihe“ von Asteroiden, die tatsächlich eine Kollisionsgefahr für unseren Planeten darstellen könnten. Die Herausforderung besteht nun darin, diese Objekte rechtzeitig zu entdecken. Selbst das neue Vera-Rubin-Observatorium, dessen Inbetriebnahme für Juli 2025 geplant ist, wird diese Asteroiden nur bedingt beobachten können, zeigen die Forschenden. Als vielversprechendere Alternative schlagen sie vor, eine spezielle Raumsonde in die Umlaufbahn der Venus zu schicken, die gezielt nach diesen versteckten Himmelskörpern suchen könnte.

Die potenziellen Auswirkungen eines Asteroiden-Einschlags auf der Erde können verheerend sein. Selbst ein vergleichsweise kleiner Asteroid mit einem Durchmesser von nur 150 Metern könnte beim Aufprall eine Energie freisetzen, die Hunderten von Megatonnen TNT entspricht – tausendmal stärker als die im Zweiten Weltkrieg eingesetzten Atombomben. Während die meisten Asteroiden unseres Sonnensystems im Hauptgürtel zwischen Mars und Jupiter kreisen, zeigt diese Studie, dass wir unseren Blick auch auf weniger offensichtliche Regionen richten müssen, um die Erde vor kosmischen Bedrohungen zu schützen. (cgsc/tab)

Rubriklistenbild: © Uncredited/NASA/AP/dpa

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Um die Venus könnten Asteroiden kreisen, die für die Erde gefährlich werden. (Archivbild) © Uncredited/NASA/AP/dpa