Berlin. Demenz lässt sich nicht heilen – doch man kann das Risiko für eine Erkrankung verringern. Laut einer Studie kann vor allem ein Sport helfen.
Dass Sport zur von Körper und Geist beitragen kann, ist hinreichend bekannt. Forscher haben nun noch einen anderen positiven Effekt festgestellt: Eine bestimmte Art von Bewegung kann das Risiko, an zu erkranken, senken.
Demenz: 1,8 Millionen Menschen in Deutschland erkrankt
Schätzungen zufolge 1,8 Millionen Menschen in sind an Demenz erkrankt. Und: Die Krankheit hat viele Gesichter . Zum Krankheitsverlauf gehört fast immer, dass Menschen nach und nach ihrer erlernten Fähigkeiten beraubt werden. Denken, Sprache oder Orientierung fallen durch das Absterben von Nervenzelle n erst schwerer und gelingen bei schlimmen Verläufen möglicherweise gar nicht mehr.
Zu den ersten Symptomen gehört meist der Verlust des Kurzzeitgedächtnisses und eine Verschlechterung der Merkfähigkeit. Schreitet die Krankheit voran, kommen auch Erinnerungslücken im Langzeitgedächtnis hinzu. Die geistigen Fähigkeiten verschlechtern sich immer weiter.
Krafttraining soll Demenz-Risiko verringern
Wer das Risiko, an Demenz zu erkranken, reduzieren will, für den gibt es laut einer kürzlich im eine Möglichkeit: Krafttraining, also der Aufbau von Muskulatur, kann nicht nur Fett reduzieren, sondern das Gehirn auch vor Demenz schützen.
Wie haben die Wissenschaftler das herausgefunden? Untersucht wurden 44 Personen im Alter von mindestens 55 Jahren, die bereits leichte kognitive Beeinträchtigungen aufwiesen. Unter anderem ihre Gedächtnisleistung also bereits stärker ab als normal. Das wiederum weise auf ein erhöhtes Demenzrisiko hin.
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Die Teilnehmenden wurden in zwei Gruppen aufgeteilt:
Demenz und Krafttraining: Kontrollgruppe ohne Sport weist schlechtere Werte auf
Mithilfe von neuropsychologischen Tests sowie MRT-Scans konnten die Forscher vergleichen, was im Gehirn der Probanden vor und nach dem Untersuchungszeitraum passierte. Im Ergebnis sei eindeutig erkennbar geworden, dass die Menschen mit sportlicher Ertüchtigung ein besseres episodisches Gedächtnis , eine verbesserte Integrität der Neuronen und im Gehirn vor Atrophie geschützte Bereiche im Zusammenhang mit der Alzheimer-Krankheit aufwiesen. In der Kontrollgruppe hingegen hätten sich die Werte verschlechtert.
„Wir wussten bereits, dass es eine körperliche Verbesserung geben würde. Die kognitive Verbesserung war auch vorstellbar, aber wir wollten die Wirkung des Krafttrainings auf die Gehirne älterer Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung sehen“, wird Isadora Ribeiro, Doktorandin der São Paulo Research Foundation (FAPESP) und Erstautorin des Artikels, zitiert. Krafttraining sei ein „starker Verbündeter gegen Demenz“. Und das selbst bei Menschen, die ein hohes Erkrankungsrisiko hätten.