Notícia

UmweltDialog (Alemanha)

Brasilien: Einheimische Vegetation Billionen wert

Publicado em 28 novembro 2019

Der Schutz von 270 Millionen Hektar einheimischer Vegetation ist für Brasilien 1,5 Billionen Dollar pro Jahr wert, so die FAPESP. Das hat eine in "Perspectives in Ecology and Conservation" veröffentlichte Analyse ergeben. Denn so hoch sind Ökosystemleistungen wie Wassersicherheit, Schutz der Bodenqualität oder die Bestäubung von Nutzpflanzen zu beziffern.

Wirtschaftsfaktor Umweltschutz

"Diese Arbeit soll zeigen, dass der Schutz einheimischer Vegetation kein Hindernis für soziale und wirtschaftliche Entwicklung ist, sondern Teil der Lösung", sagt Erstautor Jean Paul Metzger, Professor für Landschaftsökologie und Naturschutz an der University of São Paulo . Um das zu untermauern, haben die Forscher beziffert, welchen Wert die Ökosystemleistungen der unberührten Natur haben. Immer trägt diese unter anderem zum Schutz der Bodenqualität bei, sorgt für Regen und Wassersicherheit und umfasst neben den Pflanzen selbst auch Tiere wie Bestäuber, die ganz umsonst auch für die Landwirtschaft in der Umgebung arbeiten.

"Eine Studie unserer Gruppe hat gezeigt, dass die Kaffeeproduktion deutlich höher ausfällt, wenn es Bienen gibt", betont Metzger. Das entspräche einem Wert von zwei bis sechs Milliarden brasilianischen Real (rund 432 Millionen bis 1,3 Milliarden Euro). "Ohne die Arbeit der Bienen würde die Kaffeeproduktion um 20 Prozent zurückgehen", betont der Landschaftsökologe. Damit es auch tatsächlich zu dieser Bestäubungsleistung kommt, muss eine bewirtschaftete Fläche innerhalb von etwa 300 Metern zu einer unberührten Fläche liegen. Der Kaffee dient also als Beispiel, wie wertvoll ein sinnvolles Miteinander von Landwirtschaft und unberührter Wildnis sein kann.

Eine breite Front für Naturschutz

Die von 407 Wissenschaftlern durch ihre Unterschrift unterstützte Arbeit war eine Reaktion auf einen inzwischen verworfenen Gesetzesentwurf im brasilianischen Senat. Dieser hätte Bestimmungen zum Schutz heimischer Vegetation auf Privatgrund zumindest deutlich gelockert. Die Befürchtung stand im Raum, dass dadurch letztlich 167 Millionen Hektar geschützte und 103 Millionen Hektar ungeschützte heimische Vegetation verloren gehen könnten.

Das hätte die Balance zwischen Natur und bewirtschaftetem Land gefährdet, die für Ökosystemleistungen entscheidend ist. "Man verliert nur, wenn man Buschland abholzt und Sojabohnen anpflanzt und dann diese Leistungen fehlen", betont der Umweltphysiker Paulo Artaxo, Mitglied des Lenkungskommitees des Research Program on Global Climate Change der Stiftung zur Forschungsförderung im Staat São Paulo (FAPESP) und ein Unterstützer des aktuellen Papers. "Landwirte denken manchmal kurzfristig an den persönlichen Profit über drei oder vier Jahre, aber die Nation erleidet enorme Verluste. Diese Geisteshaltung sollte verschwinden."

Quelle: UD/pte